Tiergesundheit und Hygiene im Veterinärbereich
Der Landesveterinärdienst ist das technische Organ für die Kontrolle, Überwachung, Koordinierung und Planung der Tätigkeiten der Tierärztlichen Dienste in Südtirol. Er erarbeitet Landesrechtsvorschriften und überprüft die korrekte Anwendung der EU-, Staats- und Provinzbestimmungen im Veterinärwesen durch anerkannte Tierärztinnen und Tierärzte, Hygieneinspektoren und andere Kontrollorgane. Der betriebliche Tierärztliche Dienst sorgt für die korrekte Anwendung der Landesvorschriften und ist in zwei Sektionen unterteilt: Tiergesundheit und Hygiene der Lebensmittelproduktion.
Laut dem Landesgesetz Nr. 3 vom 12.01.83 kümmert sich die erste Sektion um die Kontrolle und Überwachung von Tieren, ihrer Unterbringung und Dichte. Sie ist auch zuständig für die sanitären Genehmigungen, die Transportfahrzeuge und den Tiertransport innerhalb und außerhalb der EU sowie für die Herstellung, Verarbeitung und den Verkauf von Produkten für Tiere (wie Futtermittel). Außerdem überwacht sie die Hygiene bei der Fortpflanzung von Tieren, den Einsatz von tiermedizinischen Medikamenten und den Tierschutz.
Die zweite Sektion ist für die Hygiene von Lebensmitteln tierischen Ursprungs zuständig. Daneben obliegt ihr die Überwachung der Schlachtbetriebe und -anlagen, der Entsorgung von Abfällen und Resten tierischen Ursprungs und der Schindanger. Zur landesweiten tierärztlichen Versorgung nutzt der betriebliche Tierärztliche Dienst in Bozen operative Dienststellen in Meran, Brixen und Bruneck.
Die Prophylaxemaßnahmen gegen Tierkrankheiten und die Sanierungspläne des Landestierärztlichen Dienstes konzentrierten sich auf Rinder-TBC, Brucellose bei Rindern, Schafen und Ziegen, Brucella Ovis-Infektion, infektiöse bovine Rhinotracheitis (IBR), vesikuläre Schweinekrankheit, Schweinepest, Aujeszky-Krankheit, Rinderleukose, BVD/MD-Antikörper und -Virus, Blauzungenkrankheit, CAE bei Ziegen (Caprine Arthritis-Enzephalitis), Maedi-Visna, Paratuberkulose, IHN (Infektiöse hämatopoetische Nekrose) und VHS (Virale hämorrhagische Septikämie) der Fische.
Neben den serologischen Untersuchungen am Vieh wurden in den einzelnen Betrieben auch Milchtank-Stichproben entnommen. Im Jahr 2024 wurden 100.290 Tests an Rindern, 30.3112 an Schafen und Ziegen und 565 an Schweinen zur Prävention von Infektionskrankheiten durchgeführt. Im Rahmen des Landesnotfallplan für die Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit wurden 140 Probeentnahmen von Futtermitteln in Viehhaltungsbetrieben durchgeführt, wobei Kraft- und Grundfutter kontrolliert wurden. Zudem gab es dort 24 Probeentnahmen für gentechnisch nicht veränderte Produkte und 387 Inspektionen zur Überwachung der Verabreichung von Futtermitteln.
Letzte Aktualisierung: 02/02/2026