Direktabgabe der Arzneimittel
Unter Direktabgabe versteht man die Ausgabe von Arzneimitteln durch Krankenhauseinrichtungen oder lokale Einrichtungen des Sanitätsbetriebes direkt an Patientinnen und Patienten zur Anwendung zu Hause.
Alle Arzneimittel – mit Ausnahme jener, die ausschließlich für den Krankenhausgebrauch bestimmt sind – werden über die territorialen Apotheken verteilt oder verkauft. Die Medikamente des Krankenhaus-Territorium-Handbuchs (PHT) können von den Sanitätsbetrieben erworben und direkt an öffentliche Gesundheitseinrichtungen abgegeben werden. Die Verteilung dieser Arzneimittel kann auch über die territorialen Apotheken erfolgen, wobei für diesen Service ein Entgelt vereinbart wird (Abgabe im Auftrag des Sanitätsbetriebes). Zur Direktabgabe zählt auch die Versorgung von Wohneinrichtungen, wie stationäre Seniorenheime, Gefängnisse, psychiatrische Zentren und ähnliche Strukturen.
Im Jahr 2022 erhielten – ohne Berücksichtigung von Personen in betreuten Wohneinrichtungen – rund 10,0 % der Bevölkerung, das entspricht etwa 54.000 Menschen, mindestens ein Medikament direkt von den Gesundheitsdiensten zur Anwendung zu Hause. Betrachtet man die Anzahl der abgegebenen Arzneimittelpackungen, stehen Präparate zur Behandlung von Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und des Stoffwechsels an erster Stelle, gefolgt von Medikamenten für Blut und blutbildende Organe. In den Wohneinrichtungen entfallen nahezu 46 % aller abgegebenen Medikamentenpackungen auf Arzneimittel für das zentrale Nervensystem.
Wie bereits in den Vorjahren war auch 2022 der höchste Anteil der direkten Vertriebsausgaben auf das antineoplastische Medikament Ibrutinib zurückzuführen, mit Ausgaben von 2,6 Millionen Euro. An zweiter Stelle folgt der Kombinationswirkstoff Ivacaftor, Tezacaftor und Elaxacaftor, ein Atemwegsmedikament zur Behandlung von Mukoviszidose, mit Ausgaben in Höhe von 2,2 Millionen Euro.
Die Gesamtausgaben für Arzneimittel, die von öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern und Gesundheitsdiensten verteilt werden, beliefen sich auf 70,7 Millionen Euro. Hinzu kommen weitere 2,6 Millionen Euro als Vergütung für die Verteilung dieser Medikamente über die territorialen Apotheken. Im Auftrag des Sanitätsbetriebs wurden von den Apotheken rund 317.600 Packungen ausgegeben.
Für Arzneimittel, die innerhalb von Wohneinrichtungen verteilt werden, betrugen die Ankaufskosten mehr als 3,5 Millionen Euro. Etwa die Hälfte dieser Ausgaben entfiel auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten in stationären Seniorenwohnheimen. Über ein Drittel der Ausgaben wurde für die Versorgung von Patientinnen und Patienten in psychiatrischen Zentren aufgewendet.
Downloads 2022
Tab. 4.5.19 - Direkt verteilte Medikamentenpackungen
pdf csv
Tab. 4.5.20 - Direkt verteilte Medikamentenpackungen nach ATC-Kategorie
pdf csv
Tab. 4.5.21 - Medikamentenpackungen und tägliche Dosis nach Altersklassen und Geschlecht Jahr 2022 (ansässige Bevölkerung)
pdf csv
Tab. 4.5.22 - Ankaufskosten der direkt verteilten Medikamente - Jahr 2022
pdf csv
Tab. 4.5.23 - Ankaufskosten der direkt verteilten Medikamente nach ATC-Kategorie - Jahr 2022
pdf csv
Tab. 4.5.24 - Die ersten zwanzig therapeutischen Untergruppen nach Ausgaben-Direktabgabe
pdf csv
Letzte Aktualisierung: 23/09/2025