Diabetes
Diabetes mellitus und die damit einhergehenden Komplikationen gehören zu den größten Gesundheitsproblemen der Industrieländer. Seine Prävalenz steigt aufgrund zunehmender Adipositas und häufigem Bewegungsmangel. Die Fachliteratur schätzt die Prävalenz auf rund 5,9 % der allgemeinen Bevölkerung (ISTAT, 2022), wobei weitere 3 % mit nicht diagnostiziertem Diabetes anzunehmen sind. Der Diabetes mellitus tritt in zwei Hauptformen auf:
- Diabetes Typ I (8 % der Fälle) tritt meist in Kindheit und Jugend auf und erfordert Insulinbehandlung;
- Diabetes Typ II (über 90 % der Fälle) bricht allgemein im Erwachsenenalter oder Greisenalter aus. Er kann oft durch eine angepasste Diät, körperliche Bewegung und/oder orale Hypoglykämika kontrolliert werden.
Im Jahr 2022 wurden in Südtirol 1.531 Patientinnen und Patienten mit Diabetes Typ I und 21.205 mit Diabetes Typ II betreut. Die Prävalenz in der gesamten betreuungsberechtigten Bevölkerung betrug 0,3 % für Typ I und 4,1 % für Typ II.
Die Prävalenz der Typ-II-Diabetikerinnen und -Diabetiker steigt mit zunehmendem Alter an und erreicht Werte von 11,0 % zwischen 65 und 74 Jahren und 16,8 % ab 75 Jahren. Das Durchschnittsalter der diabetischen Bevölkerung mit Typ I liegt bei 42,7 Jahren (71,5 Jahre bei Typ II). Die Prävalenz der Krankheit ist auf Landesebene nicht homogen. Die Städte verzeichnen standardisierte Prävalenzraten über dem Landesdurchschnitt. Das ist auf eine höhere Inanspruchnahme des Landesgesundheitssystems zurückzuführen. Die Sprengel mit den niedrigsten Prävalenzen sind Gröden, Gadertal, Ahrntal und Sarntal.
Auf Landesebene leiden 76,5 % der Typ-II-Diabetikerinnen und -Diabetiker auch an einer Herzkreislaufkrankheit und 70,4 % an Hypertonie. 77,0 % der Südtiroler diabetischen Bevölkerung Typ II lassen jährlich mindestens eine Kreatinin-Untersuchung durchführen. 71,4 % lassen zudem einen Glykohämoglobin-Test (HbA1c-Test) durchführen. Bei Typ-I-Diabetes liegen diese Werte bei 82,8 % bzw. 83,2 %.
Im Jahr 2022 nahmen 74,8 % der Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes ein orales Antidiabetikum ein. 58,8 % verwendeten einen Lipidsenker, 29,1 % einen Aggregationshemmer und 16,4 % erhielten ihre Behandlung mit Insulin. Im genannten Jahr nahmen 88,2 % der Betroffenen mindestens eines dieser Medikamente ein. Die pharmakologische Diabetesbehandlung erfolgt häufig durch die Kombination von mehreren Medikamenten.
Die Hospitalisierungsrate wegen Diabetes liegt in Südtirol bei 57 Aufenthalten pro 100.000 Einwohner/Einwohnerinnen. Dies gilt, wenn man nur die Bevölkerung über 18 Jahren berücksichtigt und Aufenthalte in italienischen Einrichtungen außerhalb des Landes sowie in österreichischen Einrichtungen ausschließt. Die Hospitalisierungsrate aufgrund von Diabetes mit langfristigen Komplikationen wie Nieren-, Augen-, Nerven- oder Kreislaufproblemen liegt bei 16 Aufenthalten pro 100.000 Einwohner/Einwohnerinnen über 18 Jahre.
Diabetesprävalenz in Südtirol - Jahr 2022
Reelle unbereinigte Raten (Werte pro 100.000 Einwohner)
Die reelle unbereinigte Rate ist das Verhältnis zwischen Anzahl der Fälle, bei denen die untersuchte Eigenschaft vorkommt, und der Bezugsbevölkerung. Im Unterschied zum standardisierten Wert kann er nicht verwendet werden, um Vergleiche zwischen Bevölkerungsgruppen verschiedenen Alters anzustellen.
Standardisierte Werte (Werte pro 100.000 Einwohner)
Der standardisierte Wert ist ein System, das die reelle unbereinigte Rate ausgleicht und so den Vergleich zwischen Bevölkerungsgruppen unterschiedlichen Alters ermöglicht.
Letzte Aktualisierung: 20/10/2025