Betreuung in Hospiz-Einrichtungen
Einrichtungen, die Palliativbehandlungen anbieten, sind Teil eines Betreuungsnetzwerks, das auf interdisziplinäre Teamarbeit setzt und den Fokus auf die häusliche Versorgung von Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen legt. Wenn eine Betreuung zu Hause nicht mehr möglich ist, erfolgt die Aufnahme in spezialisierte Hospiz-Einrichtungen. Dort ist die technische Ausstattung bewusst reduziert, dafür steht die menschliche und pflegerische Betreuung auf höchstem Niveau im Vordergrund.
Das Gesetz Nr. 38/2010 sieht zwei zentrale Versorgungsformen vor, um den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten gerecht zu werden: Palliativbehandlung und Schmerztherapie. Zudem hat das Gesundheitsministerium ein Monitoring-System eingeführt, mit dem die erbrachten Leistungen systematisch erfasst und ausgewertet werden können. Die nationalen Leitlinien zur Betreuung in Hospizen (Ministerialdekret vom 6. Juni 2012) wurden von der Autonomen Provinz Bozen mit dem Beschluss Nr. 688/2013 übernommen und umgesetzt.
Die Einrichtungen
In Südtirol stehen drei Einrichtungen für die stationäre Hospiz- und Palliativbetreuung zur Verfügung: Das Krankenhaus Bozen, das Krankenhaus Bruneck und die Privatklinik Martinsbrunn.
Im Krankenhaus Bozen sind 11 Betten für stationäre Aufenthalte und 1 Bett für die Tageshospiz-Betreuung vorgesehen. Die Privatklinik Martinsbrunn stellt 12 Betten, das Krankenhaus Bruneck 5 Betten bereit.
Die Versorgungskapazität wird anhand des Verhältnisses zwischen der Anzahl der Hospizbetten und der Zahl der an Tumorerkrankungen verstorbenen Personen im jeweiligen Einzugsgebiet bewertet.
Die Wartezeit für einen Hospizplatz beträgt durchschnittlich 1,4 Tage. In 92,5 % der Fälle erhalten Patientinnen und Patienten innerhalb von drei Tagen nach Antragstellung Zugang zur Einrichtung. Rund 23,9 % der Aufnahmen erfolgen in den letzten drei Lebenstagen der betreuten Personen.
Die Hospiz-Tätigkeit
Im Jahr 2024 wurden insgesamt 656 Zugänge in die Hospiz-Einrichtungen in Südtirol verzeichnet, darunter 70 im Tageshospiz. Insgesamt wurden 7.631 Betreuungstage geleistet – davon 118 im Tageshospiz. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 12,8 Tage.
Bei nahezu allen aufgenommenen Personen lag eine onkologische Diagnose vor (85,7 %). Das häufigste Aufnahmesymptom war Schmerz im Zusammenhang mit einer Tumorerkrankung (41,5 %), gefolgt von Atemnot und Atemstörungen (17,7 %) sowie allgemeinem Unwohlsein und Erschöpfung (9,9 %).
In 54,5 % der Fälle war der nicht klinische Grund für die Aufnahme in die Hospiz-Einrichtung das Fehlen von Pflegepersonal im häuslichen Umfeld. Die zentrale Leistung, die die Betreuung im Hospiz am besten beschreibt, ist die Schmerzkontrolle (49,1 %), gefolgt von der Kontrolle von Atemnot (15,4 %) und der Behandlung verhaltenspsychologischer Symptome (10,1 %).
Letzte Aktualisierung: 09/09/2025