Covid-19 Pandemie
Nach Angaben des Zivilschutzes gab es Ende 2022 in Südtirol 701 positive Fälle, darunter 40 Einweisungen in den medizinischen Abteilungen, eine Einweisung in der Intensivstation und 660 Personen in häuslicher Isolation. 1.601 Menschen starben an den Folgen der Epidemie, 287.707 erholten sich.
Ergebnisse der Bevölkerungsumfragen Passi und Passi d'Argento
Im Zeitraum 2021-2022 gaben 32,2 % der befragten Südtiroler Erwachsenen und 18,0 % der Senioren an, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, was über dem Durchschnitt der nationalen Stichprobe liegt (28,6 % der Erwachsenen und 20,5 % der Senioren).
31,3 % der Erwachsenen hielten es für ziemlich oder sehr wahrscheinlich, dass sie selbst oder ihre Familienmitglieder in den darauffolgenden 3 Monaten an COVID-19 erkranken. 20,4 % der Senioren glaubten, dass eine Infektion ziemlich oder sehr wahrscheinlich ist.
9,6 % der Erwachsenen glaubten, dass eine COVID-19 Erkrankungen ernste oder sehr ernste Folgen für ihre Gesundheit haben könnte. Bei den Senioren befürchtete ein deutlicher höherer Anteil schwere oder sehr schwere gesundheitliche Folgen (28,1 %).
86,8 % der Erwachsenen und 94,7 % der Senioren haben sich hierzulande gegen Corona geimpft. Auf nationaler Ebene waren es 93,7 % und 96,2 %.
19,0 % der Erwachsenen gaben an, in den letzten 30 Tagen auf schmerzhafte Weise an die Erfahrungen mit der Pandemie gedacht zu haben, während bei den über 65-Jährigen der schmerzhafte Gedanke bei 14,5 % der Befragten plagte. Die Landeswerte liegen deutlich unter dem Durchschnitt der nationalen Stichprobe (27,5 % und 31,9 %).
Die zweite Frage beschäftigte sich mit der Gefühls- und Empfindungslage in Bezug auf die aktuelle Covid-19-Situation. Aus den Antworten ging hervor, dass 40 % der erwachsenen Bevölkerung ziemlich oder sehr beunruhigt sind; der Durchschnitt der nationalen Stichprobe empfindet dasselbe (46,2 %). Ziemlich oder sehr beunruhigt über die aktuelle Situation waren 41,5 % der Südtiroler Senioren, deutlich geringer als der italienische Schnitt (51,2 %).
Auf die Frage nach den Fähigkeiten des Sanitätsbetriebes, neue Ausbrüche schnell zu erkennen und einzudämmen, antworteten 14,0 % der Erwachsenen und 10,8 % der Senioren hierzulande, dass sie glauben, dass sie sehr schnell erkannt und eingedämmt werden, 63,2 % und 69,1 % ziemlich schnell und 22,8 % und 20,3 % nicht sehr oder überhaupt nicht schnell.
29,6 % der Erwachsenen gaben an, dass der Covid-19 Gesundheitsnotstand ihre finanzielle Lage verschlechtert hat und bei nur 3,8 % verbessert. Die Landeswerte sind dem Durchschnitt der nationalen Stichprobe sehr ähnlich (30,3 % und 3,9 %).
Die Daten zur finanziellen Lage finden in den Angaben zu den Arbeitsbedingungen während der Pandemiezeit bestätigt. Tatsächlich zeigt sich, dass etwas mehr als sechs von zehn Erwachsenen ihren Arbeitsplatz behalten haben, ein Drittel jedoch weniger und somit mit geringerer Entlohnung gearbeitet hat (Kurzarbeit, Solidaritätsverträge, vorübergehende Aussetzung der Arbeit), während 5,6% ihren Arbeitsplatz verloren haben. Der Anteil derjenigen, die mit geringerer Entlohnung gearbeitet haben oder ihren Arbeitsplatz verloren haben, liegt unter dem italienischen Schnitt von 28,0% und 6,5%. Ein Drittel der Südtiroler Erwachsenen haben während der Pandemie den Arbeitsplatz gewechselt, das trifft italienweit auf nur 17% zu.
Die Daten über die neue Arbeitsweise, das sogenannte Smart Working, ermöglichen die Auswirkungen dieser Arbeitsmethode auf die Lebensqualität und das psychische Wohlbefinden mittel- und langfristig zu beurteilen. 15,3 % der Erwachsenen arbeiteten an ihrem gewohnten Standort weiter, 22,2 % arbeiteten sowohl am Arbeitsplatz als auch im Smart-Working-Modus und 29,8 % ausschließlich im Smart-Working-Modus; ein Drittel hatte während des Lockdowns nicht gearbeitet. Die italienweite Stichprobe verzeichnete sehr ähnliche Werte: 32,0 % der Erwachsenen arbeiteten an ihrem üblichen Standort, 21,2% arbeiteten sowohl am Arbeitsplatz als auch im Smart-Working-Modus und 17,5% ausschließlich im Smart-Working-Modus und 26,6 % hatte während des Lockdowns nicht gearbeitet.
Im Freien wurde die Maske häufig oder immer von 34,4 % der 18-69-Jährigen und 48,0 % der über 65-Jährigen getragen. In geschlossenen, der Öffentlichkeit zugängliche Orten sowie auf öffentlichen Verkehrsmitteln wurde die Maske häufig oder immer von 79,5 % der Erwachsenen und 81,6 % der befragten Senioren getragen. Die Verwendung der Maske spiegelt in dieser Stichprobe die Sensibilität des Einzelnen und weniger die Einhaltung einer Vorschrift wider.
15,2 % der Senioren gaben an, in den letzten 12 Monaten auf mindestens eine notwendige medizinische Untersuchung oder einen diagnostischen Test verzichtet zu haben. Hauptgründe hierfür waren die zeitweilige Aussetzung der Leistung und der freiwillig Verzicht aus Angst vor einer Covid-19 Infektionen. Auf nationaler Ebene mussten 24,3 % der Senioren auf eine medizinische Untersuchung oder einen diagnostischen Test verzichten.